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Corona-Erholung? Asia-Pacific ist eine gespaltene Region

Defensive Allokation beim GAMAX Funds Asia Pacific

Corona-Erholung? Asia-Pacific ist eine gespaltene Region

  • Erholungspotenzial: China, Südkorea und Taiwan kehren teilweise zur Normalität zurück
  • Sorgenkinder: Indien hat mit hoher Verschuldung in US-Dollar zu kämpfen; Australien droht erste Rezession seit 29 Jahren
  • GAMAX-Management bleibt defensiv positioniert 

Dublin, den 4. Mai 2020. Die Corona-Krise traf die asiatische Wirtschaft Anfang des Jahres schmerzhaft: An den chinesischen Börsen wurden durch einen Kursrutsch am ersten Tag nach den verlängerten Neujahrsferien rund 620 Milliarden Euro vernichtet. Auch andere asiatische Märkte gaben deutlich nach. In Tokio zum Beispiel sackte der japanische Leitindex Nikkei zeitweise um mehr als tausend Punkte ab und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 19.000 Punkten. „Inzwischen scheint zumindest in China das Schlimmste überstanden zu sein, das Infektionswachstum hat sich deutlich abgeschwächt und in vielen Regionen wird die Wirtschaft wieder hochgefahren“, sagt Stefan Breintner, Deputy Fundmanager des GAMAX Asia Pacific Fonds. Zeit für eine Bestandsaufnahme und eine Einschätzung der Entwicklung in den nächsten Monaten:

Umschichtung und Sektorenrotation bereits im Januar

Der GAMAX Asia Pacific Fonds lag Mitte April im oberen Viertel seiner Vergleichsgruppe. „Der Fonds hat sich in Krisen immer verhältnismäßig gut geschlagen und auch dieses Jahr konnten wir die Verluste für Anleger begrenzen“, so Breintner. „Wir sind bereits im Januar und Februar deutlich vorsichtiger bei der Asset-Allokation geworden und haben einige Positionen bei steigenden Kursen und gleichzeitig schlechter werdenden Fundamentaldaten verkauft.“ Das Management schichtete das Portfolio um von zyklischen Sektoren wie Luxus, Einzelhandel oder Freizeit und Touristik hin zu defensiven Bereichen wie Lebensmittel, Technologie und Gesundheit. Auch die Cash-Quote wurde zeitweise bis zur maximalen Grenze von 10 Prozent erhöht. Zwar haben die Börsen sich inzwischen wieder stabilisiert, die Unsicherheit hält jedoch an, besonders da die Auswirkungen von Covid-19 auf die verschiedenen Märkte sehr unterschiedlich sind.

Chancen in China, Südkorea und Taiwan…

China beispielsweise ist seit einigen Wochen dabei, die Wirtschaft wieder hochzufahren. Zwar ist die Wirtschaftskraft im ersten Quartal 2020 um 6,8 Prozent eingebrochen. Jüngste („harte“) Daten, zum Beispiel zur Entwicklung des Stromverbrauchs oder der Autobewegungen, zeigen jedoch, dass sich die chinesische Wirtschaft aktuell erholt. Der GAMAX Asia Pacific bleibt deshalb in China übergewichtet. „China dürfte zu den Ländern gehören, die die Krise am besten gemanagt haben. Die Produktion nimmt nun wieder Fahrt auf, ein kritischer Punkt ist jedoch die Entwicklung der Pandemie in den wichtigen europäischen Absatzmärkten“, so Breintner. Auch im Glücksspiel- und Shopping-Mekka Macau bieten sich Chancen, da sich der chinesische Tourismus aufgrund der anhaltenden internationalen Reisebeschränkungen in den nächsten Wochen und Monaten vornehmlich im Inland abspielen wird. Neben den chinesischen Regionen bewertet das GAMAX-Management unter anderem auch stellenweise Südkorea oder Taiwan positiv. Die Länder wurden ebenfalls früh von Covid-19 getroffen und konnten dank staatlicher und institutioneller Leistungsfähigkeit und stabiler Gesundheitssysteme inzwischen beginnen, viele Einschränkungen aufzuheben.

Die Sektorallokation des GAMAX Asia Pacific bleibt weiterhin defensiv ausgerichtet. Im Portfolio finden sich Titel aus den Bereichen Lebensmittel und Getränke, E-Commerce, Gesundheit, Telekommunikation, sowie Versorgungsunternehmen. Diese Sektoren sind nicht nur weniger von Covid-19 betroffen, der Ausverkauf an den Börsen hat hier zudem interessante Einstiegsgelegenheiten geschaffen. Darüber hinaus setzt das Fondsmanagement auch in Zukunft verstärkt auf asiatische Technologiekonzerne wie TSMC, Tencent oder Alibaba, die mit soliden Bilanzen und steigenden Marktanteilen überzeugen. Untergewichtet bleiben dagegen der Automobilsektor, Banken und Öl- und Gasunternehmen. „Selbst im Falle einer allgemeinen Erholung ist in diesen Sektoren das Risiko für eine Underperformance hoch“, so Breintner.

… Australien und Indien gehören zu den Sorgenkindern

Ebenfalls kritisch ist die Einschätzung des Managements zu Indien und Australien. Indien ist aufgrund der Bevölkerungsdichte und eines schlechten Gesundheitssystems anfällig für eine starke Ausbreitung des Virus. Laut indischen Virologen befindet sich das Land noch in der Anfangsphase der Pandemie. Zudem haben Indien und seine Unternehmen oftmals mit einer hohen Verschuldung in US-Dollar bei einer gleichzeitig schwachen Rupie zu kämpfen. Im März stürzte die indische Währung gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand aller Zeiten: Für einen Dollar mussten rund 76 Rupien gezahlt werden.

Ähnliche schwierig ist die Lage für andere Schwellenländer der Region wie etwa Kambodscha oder Indonesien. Zum einen bricht diesen Ländern der Tourismus weg und zum anderen ist noch nicht absehbar, ob internationale Konzerne im Nachgang der Krise ihre verzweigten Lieferketten überdenken und einen Teil ihrer Produktion wieder regionalisieren werden. Für die Wirtschaft der asiatischen Billiglohnländer hätte dies verheerende Folgen, da die Arbeitslosigkeit stark steigen würde.

Auch Australien ist zurzeit ein unsicherer Investment-Kandidat: Australiens Wirtschaft schrumpft und falls sich der Rückgang im zweiten Quartal fortsetzt, wird das Land in seine erste Rezession seit 29 Jahren rutschen. Besonders der Bankensektor hat zu kämpfen, denn die australischen Konsumenten haben eine hohe Verschuldungsquote von rund 190 Prozent im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen, weshalb die Banken aktuell ihre Rückstellungen für faule Kredite erhöhen müssen.

„Grundsätzlich kann man festhalten, dass sich die Länder im Asien-Pazifik-Raum in den kommenden Monaten sehr gegensätzlich entwickeln könnten“, sagt Breintner. „Einige scheinen das Schlimmste bereits überstanden zu haben und sind dabei, zur Normalität zurückzukehren. In vielen Regionen sind das Ausmaß der Pandemie und die langfristigen Folgen jedoch überhaupt noch nicht abzuschätzen.“ Wie häufig in Krisenzeiten können aktiv gemanagte Fonds nun ihre Stärken ausspielen und durch eine intensive Analyse der Fundamentaldaten und Länderindikatoren Risiken frühzeitig identifizieren und aussichtsreiche Chancen bestmöglich nutzen.